Die Geschichte der Bienen

Maja Lunde

Die Geschichte der Bienen von Maja LundeIn diesem Roman erfahren wir anhand von drei Zeitebenen, wie wichtig die Bienen für den Fortbestand der Menschheit sind:

England, 1852: Ein englischer Samenhändler fällt in eine tiefe Depression, weil er seiner eigentlichen Leidenschaft, der wissenschaftlichen Arbeit als Biologe, nicht mehr nachgehen kann. Durch das Studium der Bienen entdeckt er eine neue Leidenschaft: Er will einen neuen, modernen Bienenstock bauen.

Ohio, 2007: Ein professioneller Imker, der immer sehr um das Wohlergehen seiner Bienen besorgt war, gerät an den Rand einer finanziellen Katastrophe, als eine große Anzahl seiner Bienen verschwindet.

China, 2098: Die Bienen sind ausgestorben, weltweit herrscht Hunger und Not. Eine junge Frau arbeitet fast Tag und Nacht, um per Hand die Bestäubung der Obstbäume vorzunehmen. Als ihr kleiner Sohn einen mysteriösen Unfall hat, beginnt sie, eigenständige Nachforschungen.

Eine spannende Lektüre, die einen vernünftigen Umgang mit der Natur fordert, ohne den Leser mit erhobenem Zeigefinger zu belehren. Das Buch hat in Norwegen den Buchhändlerpreis für den besten Roman des Jahres erhalten. Das können wir gut nachvollziehen.

Schnell, dein Leben

Sylvie Schenk

Schenk_25331_MR.inddDieses kleine Bändchen hat uns von der ersten Seite begeistert und der sehr intime Schreibstil von Sylvie Schenk zieht den Leser sofort in den Bann.

Erzählt wird die Geschichte von Louise, die in der Nachkriegszeit in Frankreich geboren wird, später einen deutschen Mann heiratet und mit ihm ein neues Leben in Deutschland beginnt. In zügiger Gangart und mit viel Einfühlungsvermögen beschreibt die Autorin die schwierige Zeit nach dem Krieg, den unterschiedlichen Umgang mit Kriegserlebnissen und nicht zuletzt das Portrait einer Frau auf der Suche nach sich selbst.

Hool

Philipp Winkler

Winkler-Hool-SUEin Titel auf der diesjährigen Shortlist zum Deutschen Buchpreis begeistert uns ganz besonders: “Hool” von Philipp Winkler.

Es ist die tragische, aber auch bisweilen überaus komische Geschichte von Heiko Kolbe, einem Außenseiter und extremen Hooligan mit weichem Kern.

Heiko arbeitet im Box-Sportclub seines halbseidenen Onkels, der ihn zu diesem zweifelhaften Hobby gebracht hat. Er wohnt zur Untermiete bei einer zwielichtigen Person, die ihren Lebensunterhalt mit illegalen Hundekämpfen bestreitet und im Haus einen Bartgeier namens Siegfried und später sogar noch einen Tiger beherbergt.

Heikos Vater ist Alkoholiker, der seine Sucht allerdings nicht wahrhaben will. Diese Problematik belastet das Verhältnis zu seiner Schwester  schwer. Heiko hat bei seinen gleichgesinnten Blutsbrüdern eine Ersatzfamilie gefunden. Die Kämpfe gegen rivalisierende Hooligangruppen bringen nicht nur eine ersehnte Abwechslung in sein ansonsten trostloses Dasein, sie bilden vielmehr seinen Lebensinhalt. Als einer seiner Freunde eines Tages aus einem Hinterhalt heraus krankenhausreif geschlagen wird, ist es für ihn Ehrensache, diese Tat zu rächen.

Philipp Winkler ist ein grandioser Roman gelungen, der gleichzeitig schockiert und fesselt.

 

Die vier Jahreszeiten des Sommers

Grégoire Delacourt

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Der Autor des wunderbaren Buches “Alle meine Wünsche” hat einen neuen schönen Roman veröffentlicht. Obwohl ein Roman, liest sich das Buch wie eine Sammlung von Erzählungen zum Thema Liebe, die jedoch am Rande alle miteinander verknüpft sind.

Die vier Paare in den Erzählungen sind verschiedenen Alters und so unterschiedlich sind auch ihre Liebesgeschichten: So liest man über die unglückliche erste Liebe des jungen Louis, aber auch über die Wiederentdeckung der leidenschaftlichen Liebe in einer alten Beziehung.

Dieser leichte, typisch französische Roman von Grégoire Delacourt macht auch bei regnerischem Sommerwetter richtig Spaß.