An Nachteule von Sternhai

An Nachteule von Sternhai

Ein außergewöhnlicher Briefroman über zwei Mädchen, die gar nicht anders können, als allerbeste Freundinnen zu werden.

Als die beiden alleinerziehenden Väter von Bett und Avery sich kennen und lieben lernen, haben sie die fixe Idee, die vielen tausend Kilometer, die sie trennen, zu überwinden und eine Familie zu gründen. Und so planen sie für ihre gleichaltrigen Töchter einen Aufenthalt im Sommercamp, in der die beiden sich rein “zufällig” über den Weg laufen sollen. Die Mädchen bekommen natürlich Wind von der Idee und beschließen sofort, den Plan zu sabotieren. Niemals wollen sie Freundinnen werden und zusammenziehen. Doch je länger die beiden sich E-Mails schreiben und gegen den Traum ihrer Väter verbünden, desto enger wachsen sie zusammen und als es tatsächlich im Sommercamp zu einem Treffen kommt, ist von ihrem ursprünglichen Plan nicht mehr viel übrig.

Doch das Leben ist nicht so vorhersehbar und alles entwickelt sich etwas anders, als die beiden es sich vorgestellt haben.

Ich habe dieses Buch mit absoluter Begeisterung gelesen, der Brief- (oder besser: E-Mail-) Wechsel zwischen den beiden ungleichen Mädchen liest sich wunderbar flüssig und gleichzeitig spannend. Die sympathischen Protagonistinnen erobern die Herzen der Leser*innen im Sturm und lassen uns mitlachen und mitweinen. Ein sehr intelligentes Buch für anspruchsvolle junge Leser*innen ab 11 Jahren (und auch für jeden Erwachsenen ein großartiges Vergnügen)!

 

 

Igel und Schnuff

Igel und Schnuff

Eine wunderschöne Freundschaftsgeschichte zwischen einer Igeldame und einem Stoffhund.

Igel und ihr Stoffhund Schnuff leben glücklich am Ufer eines Flusses, bis ein schlimmer Sturm aufkommt, der Schnuff mit sich davon trägt. Igel ist untröstlich und macht sich gleich auf die Suche nach ihrem Freund. Zum ersten Mal durchquert sie den reißenden Strom und gelangt auf das Ufer auf der anderen Seite. Hier trifft sie zum Glück viele neue Freunde, die ihre Suche unterstützen und sie begleiten. Am Ende wird der kleine Stoffhund natürlich wohlbehalten aufgefunden.

Dieses schöne Kinderbuch lebt durch seine warmen Illustrationen, die die spannende Suche nach dem verlorenen Freund toll miterzählen. Zum Vorlesen oder zum ersten Selberlesen ab 6 Jahren.

 

The Woods - Die vergessene Anstalt

The Woods – Die vergessene Anstalt

Als zwei Gruppen von Jugendlichen sich im Wald verlaufen und auf eine verlassene Lungenheilanstalt treffen, glauben sie zunächst einfach nur an Pech. Sie entscheiden, die Nacht in einem Nebengebäude zu verbringen und am nächsten Tag mit Hilfe eines Kompasses den Weg aus dem Wald zu suchen. Doch schon in der Nacht zeigt sich, dass etwas nicht stimmt mit dem verlassenen Ort. Und als der stundenlange Marsch sie am nächsten Tag wieder zu dem gruseligen Gebäude führt, wird ihnen langsam klar, dass sie es hier mit unerklärlichen Dingen zu tun haben…

Dieses Buch ist der Auftakt einer super spannenden und mindestens genauso gruseligen Mystery-Trilogie. Die Autorin weiß, wie sie die LeserInnen fesselt und lässt das Blut in den Adern das ein oder andere Mal gefrieren.

Nur einen Nachteil hat dieses Buch: Man muss sofort Band 2 lesen!

 

Die Liebesbriefe von Abelard und Lily

Die Liebesbriefe von Abelard und Lily

Als die 16jährige Lily wieder einmal ihre ADHS Medikamente absetzt, von denen sie sich wie betäubt fühlt, bleibt dies nicht ohne Folgen und eine Schultür geht zu Bruch. Dies bringt ihr einige Stunden Nachsitzen ein – zusammen mit Abelard. Schnell fühlt sich Lily zu dem stillen, intelligenten Jungen hingezogen. Doch auch Abelard hat ein Päckchen mit sich zu tragen. Bei ihm wurde Asperger diagnostiziert, in der Nähe von anderen Menschen fühlt er sich unwohl. Trotzdem entspinnt sich eine zarte Liebesgeschichte zwischen den beiden, zuerst nur mit Wörtern, die sie einander schreiben. Denn wie kann man mit jemanden zusammen sein, für den nichts größer ist, als die Angst, berührt zu werden?

Diese außergewöhnliche Liebesgeschichte zwischen zwei so gegensätzlichen Menschen, berührt und fesselt den Leser schon auf den ersten Seiten. Die impulsive Lily und der Autist Abelard sind wie zwei Pole, die einander anziehen. Jedoch ist dieses Buch mehr als eine Liebesgeschichte zwischen zwei jungen Erwachsenen. Lily lebt mit ihrer überforderten Mutter und hochbegabten kleinen Schwester zusammen, der Vater abwesend. Sie fühlt sich von niemandem verstanden. Über Abelard wacht ein Elternpaar, das ihn kaum aus den Augen lässt und das mit seiner Fürsorge der Entwicklung eines Jugendlichen kaum Raum lässt. Es ist unter anderem dieser Aspekt, der bei der Lektüre ab und zu an den großartigen Roman „Eleanor & Park“ von Rainbow Rowell denken lässt.

Aber auch ohne diesen Verweis handelt es sich um einen wunderschönen Roman für anspruchsvolle junge LeserInnen.