Pandatage

James Gould-Bourn

PandatageDanny ist schon in jungen Jahren Vater geworden und elf Jahre später verliert er seine geliebte Frau bei einem Autounfall. Sein Sohn ist auch ein Jahr später noch so stark traumatisiert, dass er kein einziges Wort mehr spricht.

Aber das ist nicht Dannys einziges Problem. Seinen Job auf der Baustelle verliert er von heute auf morgen und sein Vermieter droht ihm nicht nur mit dem Rauswurf, sondern auch damit, ihm die Beine zu brechen.  Eine Lösung für seine Geldsorgen muss also her.

Also kauft sich Danny das günstigste Faschingskostüm, das er finden kann, ein abgewetztes Pandakostüm, und macht sich auf, um im Stadtpark für ein Paar Pfund zu tanzen.

Bis eines Tages sein Sohn vor dem verkleideten Tanzbären steht – und laut und deutlich “Danke” sagt.

Diese Vater-Sohn-Geschichte rührt zu Tränen und ist gleichzeitig so urkomisch, dass man sich das Lachen an vielen Stellen kaum verkneifen kann. Die Situationskomik beherrscht der Autor perfekt und man hat beim Lesen bereits den Film vor Augen. Eine tolle britische Tragikomödie, die richtig viel Spaß macht.

 

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Der Freund

Der FreundEin außergewöhnlicher Roman ist der amerikanischen Schriftstellerin Sigrid Nunez gelungen.

Die Ich Erzählerin, eine Schriftstellerin und Professorin für Kreatives Schreiben an einer New Yorker Universität, trauert sehr um ihren langjährigen Freund, ebenfalls Schriftsteller und Professor, der sich das Leben genommen hat.

Seine Witwe, die dritte Ehefrau des Verstorbenen, macht ihr klar, dass sie Apollo, den Hund des Verstorbenen nehmen muss, da sich der Verstorbene das so gewünscht hätte. Apollo ist nicht irgendein Hund, sondern eine riesige Harlekindogge mit Arthrose. Das Apartment der Erzählerin ist winzig klein, Hundehaltung im Mietshaus verboten. Trotzdem lässt sie sich überzeugen, den Hund zu sich zu nehmen.

Auch Apollo trauert um seinen verstorbenen Herrn, der Anfang ist schwierig und auch Probleme mit dem Vermieter lassen nicht lange auf sich warten. Nach und nach finden die beiden zueinander, trösten sich gegenseitig und werden Freunde.

Die Autorin reflektiert beim Erzählen über den aktuellen Literaturbetrieb der Stadt, philosophiert über das Leben als Schriftstellerin und grübelt nach über Freundschaft zwischen Mensch und Tier.

Das alles zu verbinden, gelingt ihr auf eine so kluge, tröstliche und auch komische Art, die außergewöhnlich ist. Sehr zu Recht hat Sigrid Nunez, die zuvor bereits sieben Romane veröffentlicht hat, dafür den renommierten National Book Award erhalten.

Ein herzerwärmendes, sehr befriedigendes Buch, nicht nur für Hundeliebhaber!

 

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Der Zopf meiner Großmutter

Alina Bronsky

Der Zopf meiner GroßmutterEine unserer Lieblingsautorinnen hat ein neues Buch geschrieben! Alina Bronsky erzählt in “Der Zopf meiner Großmutter” die Geschichte einer ganz besonderen solchen. Aus der Sowjetunion nach Deutschland geflohen lässt die herrische Frau ihren Enkel Max, der zu Beginn des Romans etwa 6 Jahre alt ist, nicht aus den Augen. Max hat keine Möglichkeiten sich frei zu entfalten, da alles in den Augen der Großmutter zu gefährlich ist und Max zudem krank und ein Idiot. Außer etwas püriertem Gemüse traut sie seinem kümmerlichen Magen keine Verdauung zu. Nicht einmal in der Schule lässt sie ihn allein und tyrannisiert den in ihren Augen Zurückgebliebenen aus der letzten Reihe. Richtig Bewegung kommt in das Leben der ungewöhnlichen Familie, als sich der stille Großvater in die schöne Nachbarin Nina verliebt.
Das Buch lebt von den skurrilen Einfällen der Großmutter und den bissigen Dialogen. In typischer Bronsky-Manier werden hier verschrobene Charaktere geschaffen, die unterschiedlicher kaum sein könnten und die doch irgendwie miteinander auskommen müssen.
Ein weiterer großartiger Roman nach “Baba Dunjas letzte Liebe”. Und für alle Hörbuchfans: Erneut übernimmt Sophie Rois mit ihrer unverwechselbaren Stimme die Rolle der Sprecherin und garantiert damit ein Hörvergnügen der Extraklasse.

Anstand

Matthew Quick

Anstand

David Granger, 68, Vietnamveteran und überzeugter Patriot verlässt ohne Tarnjacke und Waffe nicht das Haus. Seine politische Inkorrektheit versucht er nicht zu verbergen. Er lebt allein, seine Frau ist vor Jahren verstorben und das Verhältnis zu seinem Sohn ist gestört. Lediglich seine Enkelin Ella lässt ihn zu einem liebevollen Großvater werden, der auch eine menschliche Seite hat. Als er wider Erwarten eine Hirntumor-OP überlebt, ist er gezwungen, die Hilfe seine Sohnes in Anspruch zu nehmen, dessen Begeisterung sich in Grenzen hält. Er nutzt die Gelegenheit, endlich einige Baustellen in seinem Leben anzugehen. Der erzwungene Umgang miteinander lässt den Sohn erkennen, dass der vermeintlich grantige Rassist und Eigenbrötler ein Mann mit Anstand ist.

 

Ein auf Tatsachen beruhender Roman, der an den Vietnamkrieg und dessen Folgen erinnern soll, wobei der schroffe Ton des Romanhelden für Unterhaltung sorgt.